Die wichtigsten Arten von Holdinggesellschaften - ein Überblick
10. Januar 2026

Holdinggesellschaften sind ein zentrales Instrument moderner Unternehmensstrukturen. Sie ermöglichen es, Beteiligungen zu bündeln, Risiken zu trennen, Steuern zu optimieren und Unternehmen strategisch zu steuern. Je nach Zielsetzung und Funktion lassen sich verschiedene Arten von Holdinggesellschaften unterscheiden.
Finanzholding
Die Finanzholding agiert in erster Linie als Kapitalgeber. Sie hält Beteiligungen an anderen Unternehmen und erzielt ihre Erträge aus Dividenden, Gewinnen und Wertsteigerungen. Operativ greift sie nicht in das Tagesgeschäft der Tochtergesellschaften ein und fungiert somit als passiver Investor.
Typische Einsatzbereiche sind Vermögensaufbau, Beteiligungsportfolios und langfristige Kapitalanlagen.
Management-Holding
Im Gegensatz dazu übernimmt die Management-Holding eine aktive Rolle. Neben der Verwaltung der Beteiligungen steuert sie die Tochtergesellschaften strategisch und organisatorisch. Häufig werden zentrale Dienstleistungen wie Controlling, Personal, IT oder Marketing gebündelt.
Ziel ist es, Synergien zu nutzen, Prozesse zu vereinheitlichen und Effizienzgewinne innerhalb der Unternehmensgruppe zu erzielen.
Vermögensverwaltende Holding
Diese Holdingform konzentriert sich ausschließlich auf die Verwaltung von Vermögenswerten, etwa Immobilien, Wertpapiere oder Beteiligungen. Eigene operative Tätigkeiten finden nicht statt. Einnahmen entstehen durch Miete, Pacht, Zinsen oder Dividenden.
Sie wird häufig zur Steueroptimierung und zum langfristigen Vermögensaufbau eingesetzt, insbesondere im privaten oder familiennahen Umfeld.
Operative Holding
Eine operative Holding betreibt selbst ein aktives Geschäft und ist gleichzeitig Muttergesellschaft weiterer Tochterunternehmen. Sie vereint also operative Tätigkeit und Konzernsteuerung in einer Gesellschaft.
Diese Struktur findet man häufig in größeren, diversifizierten Unternehmensgruppen, in denen zentrale Steuerung und eigenes Marktgeschäft miteinander kombiniert werden.
Stiftungs-Holding
Bei der Stiftungs-Holding hält eine Stiftung die Unternehmensbeteiligungen oder führt die Holding selbst. Ziel ist der langfristige Erhalt des Vermögens, häufig verbunden mit gemeinnützigen oder sozialen Zwecken.
Neben wirtschaftlichen Interessen spielen hier Nachfolgeplanung, Wertebindung und steuerliche Vorteile eine wichtige Rolle.
Strategische Holding
Die strategische Holding ist nicht operativ tätig, definiert jedoch die langfristige Ausrichtung der gesamten Unternehmensgruppe. Sie legt Ziele fest, koordiniert Investitionen und unterstützt Tochtergesellschaften bei Wachstum und Expansion.
Der Fokus liegt auf Konzernstrategie, Marktpositionierung und nachhaltiger Entwicklung.
Struktur- und branchenorientierte Holdingformen
Neben den funktionalen Holdingarten gibt es spezielle Anwendungsformen:
Konzern-Holdinggesellschaften
Konzern-Holdinggesellschaften steuern mehrere Tochterunternehmen zentral und übernehmen häufig strategische und Managementaufgaben. Zentrale Dienste wie Buchhaltung, IT oder Personal werden gebündelt, um Skaleneffekte zu erzielen.
Familienholdinggesellschaften
Familienholdinggesellschaften dienen der Bündelung von Familienvermögen und Unternehmensbeteiligungen. Sie erleichtern die Nachfolgeplanung, reduzieren Konfliktpotenziale und ermöglichen eine langfristige Vermögenssicherung über Generationen hinweg. Je nach Ausgestaltung können sie vermögensverwaltend oder aktiv steuernd tätig sein.
Bank- und Versicherungs-Holdinggesellschaften
Bank- und Versicherungs-Holdinggesellschaften unterliegen besonderen regulatorischen Anforderungen, etwa durch BaFin, Basel III oder Solvency II. Sie koordinieren Kapitalstruktur, Risikomanagement und Compliance innerhalb der Gruppe und agieren meist strategisch oder operativ.
Vorteile der Holdingstrukturen
Holdinggesellschaften ermöglichen die Trennung von Risiken durch rechtlich selbstständige Einheiten, steuerliche Vorteile bei Dividenden und Veräußerungsgewinnen sowie Effizienzsteigerungen durch zentrale Steuerung.
Für Familien bieten sie zusätzlich klare Strukturen für Vermögensschutz und Nachfolge, während Konzerne von Diversifikation und strategischer Flexibilität profitieren.
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