Praxis-Fallstudien zur Holdinggesellschaft – Teil 6: Wie eine Holding Firmenübernahmen erfolgreich umsetzt
5. September 2026

Eine Holdinggesellschaft kann nicht nur dazu dienen, Beteiligungen zu verwalten oder steuerliche Vorteile zu nutzen. Sie kann auch eine wichtige Rolle beim Wachstum eines Unternehmens spielen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Übernahme anderer Unternehmen.
Doch mit dem Kauf allein ist es nicht getan. Entscheidend ist, was nach der Übernahme passiert. Das zeigt unser heutiges Praxis-Fallbeispiel der Innovatech Holding GmbH.
Wachstum durch gezielte Firmenübernahmen
Die Innovatech Holding GmbH aus Deutschland verfolgt eine klare Wachstumsstrategie: Sie übernimmt kleinere Technologieunternehmen, die mit ihrem Wissen, ihren Produkten oder ihren Mitarbeitern die Unternehmensgruppe stärken können.
Innerhalb von drei Jahren kaufte die Holding fünf Unternehmen aus den Bereichen Software, Künstliche Intelligenz (KI), Internet of Things (IoT) und Cloud-Dienste.
Dabei ging es nicht darum, einfach nur fünf weitere Unternehmen zu besitzen. Vielmehr sollten sich die Firmen gegenseitig ergänzen. Wissen, Technik und Mitarbeiter sollten zusammengeführt werden, um gemeinsam neue Produkte zu entwickeln und neue Märkte zu erschließen.
Genau hier begann die eigentliche Arbeit.
Nach dem Kauf kommt die Integration
Innovatech gründete ein eigenes Integrationsteam. Darin arbeiteten Verantwortliche der Holding mit den Geschäftsführern der übernommenen Unternehmen zusammen.
Ein wichtiger Schritt war die Vereinheitlichung der internen Abläufe. Buchhaltung, Einkauf und Unternehmensplanung wurden auf gemeinsame Systeme umgestellt. Dadurch konnten Informationen zentral ausgewertet und Doppelarbeiten vermieden werden.
Gleichzeitig wurde die Forschung und Entwicklung neu organisiert. Spezialisten aus den verschiedenen Tochtergesellschaften arbeiteten nun gemeinsam an neuen Projekten. So entstand beispielsweise die Idee, Künstliche Intelligenz mit Anwendungen aus dem Internet of Things zu verbinden.
Damit entstanden Synergien: Die einzelnen Unternehmen konnten gemeinsam Leistungen entwickeln, die sie allein möglicherweise nicht hätten anbieten können.
Unterschiedliche Unternehmenskulturen als Herausforderung
Eine Firmenübernahme besteht allerdings nicht nur aus Zahlen, Verträgen und IT-Systemen. Es geht vor allem um Menschen.
Die Mitarbeiter der übernommenen Unternehmen waren unterschiedliche Arbeitsweisen gewohnt. Einige befürchteten möglicherweise sogar, durch die Übernahme ihre bisherige Selbstständigkeit oder ihren Arbeitsplatz zu verlieren.
Innovatech setzte deshalb auf offene Kommunikation, Workshops, Schulungen und regelmäßige Treffen. Die Mitarbeiter sollten verstehen, welche Ziele die Unternehmensgruppe verfolgt und welchen Beitrag jedes einzelne Unternehmen dazu leisten kann.
Auch technisch gab es Probleme. Unterschiedliche IT-Systeme mussten zusammengeführt werden. Das verursachte zunächst zusätzliche Kosten, führte später aber zu deutlich effizienteren Abläufen.
Das Ergebnis: 40 Prozent mehr Umsatz
Die Strategie zahlte sich aus. Innerhalb von zwei Jahren stieg der Umsatz der Unternehmensgruppe um 40 Prozent.
Gleichzeitig entstanden neue Produkte, darunter eine IoT-Plattform, die Daten mithilfe Künstlicher Intelligenz analysiert. Durch gemeinsame IT-Systeme und einheitliche Verwaltungsabläufe konnten außerdem Kosten gesenkt werden. Das eingesparte Geld stand anschließend für weitere Investitionen und neue Projekte zur Verfügung.
Was können kleinere Unternehmen daraus lernen?
Natürlich übernimmt nicht jedes mittelständische Unternehmen innerhalb von drei Jahren fünf Firmen. Das Grundprinzip lässt sich aber auch auf kleinere Unternehmensgruppen übertragen.
Eine Holding kann beispielsweise ein bestehendes Unternehmen erwerben und dieses als eigenständige Tochtergesellschaft weiterführen. Damit können neue Dienstleistungen, zusätzliche Standorte oder neue Kundengruppen erschlossen werden.
Entscheidend ist jedoch: Eine erfolgreiche Firmenübernahme endet nicht beim Notartermin. Dort beginnt sie erst.
Wer Unternehmen über eine Holding zukauft, braucht eine klare Strategie. Welche Aufgaben sollen zentral erledigt werden? Wo sollen die Tochtergesellschaften selbstständig bleiben? Welche Synergien können genutzt werden? Und vor allem: Wie werden die Mitarbeiter in die neue Struktur eingebunden?
Das Beispiel Innovatech zeigt deshalb sehr deutlich: Eine Holding kann eine starke Plattform für Wachstum durch Firmenübernahmen sein. Der wirkliche Mehrwert entsteht aber erst dann, wenn aus mehreren einzelnen Unternehmen eine Unternehmensgruppe wird, in der alle Beteiligten voneinander profitieren.
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